Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse des Seminarkurses 2002/03, der sich wie die Vorgängerkurse der Jahre 1999/2000 und 2001/02 vor allem mit mittelalterlicher Architektur beschäftigte.
Ende 2002 wurden den einzelnen Gruppen des Seminarkurses ihre Forschungsaufgaben gestellt, auf die sie sich spezialisieren mussten, ohne dass sie allerdings die Tätigkeiten der anderen Gruppen aus den Augen verlieren durften. Bis zum Sommer 2003 wurden dann umfangreiche schriftliche Seminararbeiten erstellt, die die Forschungsergebnisse dokumentieren. Erst nach dem offiziellen Abschluss des Seminarkurses entwickelten dann die Seminarkursteilnehmer eine Konzeption für die Durchführung der Ausstellung. Die inzwischen weiterentwickelten Fassungen der Seminararbeiten dienten in Auszügen als Grundlage für die einzelnen Schautafeln. Wesentliche Unterstützung fand der Kurs durch zwei ehemalige Seminarkursteilnehmer. Jonas Gaiser vom Kurs 2001/02 hielt den Einführungsvortrag, Georg Schietinger, auch vom Kurs 2001/02, entwickelte ein Modell zum "Stern von Bethlehem" und restaurierte das bereits bei einer früheren Ausstellung gezeigte Modell von Castel del Monte, das auf der Studienreise im Sommer 2003 wohl seine "Weihe" vor dem Sarkophag Friedrichs II.

in Palermo und im Innenhof von Castel del Monte erhalten hatte, aber leider auch mehr oder weniger beschädigt nach Hause zurückgekehrt war.

Modell zum Stern von Bethlehem

Modell von Castell del Monte
Die Ausstellung wurde zunächst
in der Volksbank Kirchheim vom 1. Dezember 2003 bis zum 16. Januar 2004
und dann in der Eingangshalle des Ludwig-Uhland-Gymnasiums
vom 19. Januar bis zum 31. März 2004 gezeigt.

Ausstellung in der Volksbank
Im Rahmen der Ausstellung wurden zu zwei
zentralen Themen Vorträge
gehalten, die unsere Forschungsergebnisse in
mehreren Punkten detaillierter darlegen, als in der Ausstellung gezeigt werden
kann,. Am Freitag, dem 5. Dezember
2003, hielt Jonas Gaiser in der Volksbank Kirchheim einen Vortrag zur
Achtsterntheorie und Castel del Monte. Schließlich trugen Maria Schwarz und
Diep Tran am 16. Januar 2004 unsere Ergebnisse zum "Stern von
Bethlehem" in Beziehung zur Achtsterntheorie ebenfalls in der Volksbank
Kirchheim vor.
Geplant ist ein weiterer Vortrag für den Frühsommer 2004 mit dem Thema: Die Vermessung des Wäscherschlosses und die daraus ableitbaren Ergebnisse im Rahmen der Achtsterntheorie.
Tafeln 1 und 2: Die Ausstellung beginnt mit einer Einführung in den mittelalterlichen Burgenbau und die dabei verwendete Buckelquadertechnik. Vom Museum Wäscherschloss erhielten wir als Leihgabe die Nachbildung eines für den Bau des Wäscherschlosses verwendeten Buckelquaders im Maßstab 1:2.
Die umfangreiche Seminararbeit von Claudia Hummel, Katja Kick und Uta Nowak zum
Burgenbau und zur Buckelquadertechnik kann auf Anfrage hin eingesehen werden.
Tafeln 3 und 7: Ein Schwerpunkt der Forschungen des Seminarkurses bildeten die Vermessungen des Wäscherschlosses bei Wäschenbeuren und des Bergfriedes der Burg Staufeneck bei Süßen. Die Aufgabe der beiden Vermessungsgruppen war das bei der Erstel-
lung der Gebäude angewendete Fußmaß exakt zu bestimmen. In Frage kamen vor allem die im 13. Jahrhundert häufig verwendeten Maße wie der römische und staufische Fuß. Derzeit ist noch nicht endgültig entschieden, welchem Fußmaß der Vorzug zu geben ist, aber die Ergebnisse tendieren insgesamt zum römischen Fuß. Erst der derzeit laufende Seminarkurs 2003/04 soll mit aufwendigerem Vermessungsgerät die endgültige Entscheidung bringen.
Für weitere Informationen kann die Seminararbeit zum Wäscherschloss von Oliver Brühl, Bastian Göbel, Roman Stärk und Christian Unger eingesehen werden, die den staufischen Fuß favorisiert und unabhängig davon, die von Joachim Bertsch und Jonas Gaiser des Jahres 2002, die den römischen Fuß vertritt. Zu Staufeneck steht die Seminararbeit von Armin Hartlieb, Bianca Hipp, Anja Honegger, Steffen Ott und Julie Weckler auf Anfrage zur Verfügung.
Vom Museum Wäschenbeuren erhielten wir als Leihgabe ein Modell des Wäscherschlosses im Maßstab 1:50.
Tafeln 4, 5 und 6: Die Messungen wurden durch mittelalterliche Zahlendeutungen unterstützt, auf die sich eine andere Gruppe spezialisiert hatte. Der Grundsatz dieser Gruppe war vor allem: "Keine am mittelalterlichen Bau vorkommenden Längen sind willkürlich - wie es heute der Fall ist - sondern sind durch heilige Zahlen bestimmt, die als ganzzahliges Vielfaches des verwendeten Fußmaßes in das Bauwerk eingehen.". Dazu kann man die Seminararbeit von Anja Honegger und Jasmin Hipp über die mittelalterliche Zahlendeutung und ihre Anwendung auf die Baumaße des Wäscherschlosses eingesehen werden.
Tafel 8: Zur Geschichte der Zahl Acht, zu ihrem Vorkommen in der christlichen Theologie und zu ihrer Verwendung in der abendländischen Kulturgeschichte sind hier 28 Aphorismen zur Zahl Acht aufgeführt.. Interessenten können auch die ausführliche Seminararbeit von Maja Zientz auf Anfrage einsehen.
Tafel 9 und 10: Neben der Untersuchung zweier profaner staufischer Bauten war ein weiterer Forschungsschwerpunkt die Untersuchung der sakralen Achteckbauten in Baden-Württemberg. Auf einer Karte von Baden-Württemberg werden weit über 200 Kirchenbauten in dieser Bauform aufgeführt. Auch hier kann die Seminararbeit von Armin Hartlieb und Steffen Ott zur weiteren Information eingesehen werden.
Tafeln 13, 14 und 15: Gezeigt wird ein Auszug aus der vollständigen Auflistung sämtlicher mittelalterlicher Achteckbauten, insbesondere sämtlicher Achteckbauten aus staufischer Zeit, und ihre Lokalisierung auf Karten von Sizilien, Süditalien und Mitteleuropa. Die vollständige Auflistung, die auch die Achteckbauten im gesamten Mittelmeerraum einbezieht, ist für uns von größtem Interesse, um unsere Achtsterntheorie auch an anderen Bauten als Castel del Monte weiterentwickeln zu können. Auch hier kann die Seminararbeit von Sebastian Allinger und Johannes Schott auf Anfrage eingesehen werden.
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Tafeln 11 und 12:Berühmte Achteckbauten erstellten vor allem Kaiser Konstantin der Große und Kaiser Karl der Große. Als Vorgänger des im Zentrum unserer Forschungen stehenden Friedrichs II. interessierte uns zunächst ihr Leben und Wirken, insbesondere ihre Tätigkeit als Bauherren. Weitere intensive Nachforschungen sind erst für einen späteren Zeitpunkt und dann mit einem Nachfolgerkurs geplant.
Tafeln 16 und 17: Neben der süddeutschen Presse berichteten auch die großen Zeitungen Süditaliens über unsere Tätigkeit. Die Presseberichte sind auf zwei Tafeln ausgestellt.
Tafel 18:Auf einen anmaßenden Leserbrief in der SCHWÄBISCHEN HEIMAT, Jahrgang 2003, Heft 3, wird mit notwendiger Deutlichkeit geantwortet. Beide Texte sind hier nachzulesen. Unsere Antwort wird auch noch in Heft 2, 2004 der SCHWÄBISCHEN HEIMAT erscheinen.
Tafeln 23, 24 und 25: Der Höhepunkt unserer Ausstellung steht unter dem weihnachtlichen Thema: "Der Stern von Bethlehem". Es werden die wichtigsten bekannten Theorien der wissenschaftlichen Erklärung dieses Phänomens aufgezeigt. Danach wird unsere eigene wissenschaftliche Erklärung gegeben, die in aller Kürze so formuliert werden könnte: "Spica, der Weizenährenstern, ist der Stern der Stadt des Brotes, der Stern von Bethlehem". Zu diesem Thema gibt es auch eine Seminararbeit von Maria Schwarz und Diep Tran, die auf Anfrage eingesehen werden kann. Eine wesentliche Weiterentwicklung dieser Seminararbeit stellt allerdings der Vortrag der beiden dar, gehalten am 16. Januar 2004 in der Volksbank Kirchheim, den man unten nachlesen kann.
Zu unserer Theorie ist auch ein Modell zu besichtigen: Unter einer großen Plexiglaskuppel
ist eine Weihnachtskrippe aufgestellt. Der Plexiglaskuppel ist ein Modell des Tierkreises in Form eines Ringes aufgesetzt, auf dem kleine Scheiben mit den Symbolen von Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Mond sowie von Aszendenten und Glückspunkt gemäß der Planetenkonstellation vom 5. September 5 v. Chr. regelmäßig auf dem Tierkreis verteilt und durch die sphärischen Linien eines Achtsterns auf der Oberfläche der Kuppel verbunden sind. Vergleiche dazu auch das oben beigegebene Foto.
Tafel 19: Die Route der Studienreise im Sommer 2003 nach Sizilien und Süditalien wird anhand einer Kartenskizze von Italien beschrieben und mit einigen Fotos illustriert.
Tafel 20: Der Seminarkurs 2003/04 lieferte in seiner bisher kurzen Tätigkeitszeit bereits ein spektakuläres Ergebnis. Castel del Monte ist der geographische Mittelpunkt, der Nabel der Welt Friedrichs II. Auf einer großen Karte von Europa und dem gesamten Mittelmeerraum ist dieser Zusammenhang dargestellt.
Tafel 22: Die Erklärung der merkwürdigen Abweichung der Nord-Süd-Achse von Castel del Monte um 7,5° im Uhrzeigersinn gegen die Nordrichtung im Rahmen der Achtsterntheorie wird hier dargelegt. Die Datierung der Ornamentfriese auf den drei in den Innenhof von Castel del Monte weisenden Fenstertüren wird hier anhand der Entschlüsselung des "Ornamentcodes" von Castel del Monte beschrieben. Insbesondere wird aufgezeigt, wie wir den 26. Dezember 1241, also den 47. Geburtstag Friedrichs II., mit dem für uns alles begann, auf den Fensterbögen ablesen konnten. Mit der an diesem Tag sich bildenden Achtsternkonstellation lässt sich die merkwürdige Bauform von Castel del Monte weitgehend erklären.
Auch dazu wird von uns ein Modell gezeigt: Das ausgestellte Modell von Castel del Monte wurde von den Teilnehmern des Seminarkurses 2001/02 im Jahre 2002 gefertigt und ist eines von vier bekannten Modellen des Kastells in dieser außergewöhnlichen Größe mit einem Durchmesser von 1,2m und einer Höhe von 0,6m.. Darüber ist ein im Durchmesser über 2,5m großer Tierkreisring aufgehängt, auf dem die Planetenkonstellation des 26. Dezember 1241, ein nahezu regelmäßiger Achtstern, eingetragen ist. Zu diesem Thema ist unten der Vortrag von Jonas Gaiser zur Achtsterntheorie und Castel del Monte einzusehen.

Tafel 21: Schließlich sind hier die Forschungsergebnisse des Seminarkurses 2002/04,
die auf der Studienreise im Sommer 2003 nach Süditalien und Sizilien gemacht wurden, dargestellt. Die beiden hier gezeigten Texte wurden von Niko Mühleck ins Italienische übersetzt und werden in dieser Form von den beiden großen Zeitungen Siziliens publiziert
Wegen Fragen zu unserer Ausstellung wende
man sich bitte an:
Martin Kieß, Ludwig-Uhland-Gymnasium, Tel. 07021- 50410, Fax
07021-5041-13.
Wir wären auch bereit, die Ausstellung an anderen Orten zu zeigen.
Falls Interesse besteht, wende man sich bitte auch
in diesem Fall an Martin Kieß.