




Im Verlauf der achten Klasse müssen sämtliche Schüler und Schülerinnen
eine ausschlaggebende Entscheidung über ihren weiteren Schulverlauf
treffen. Sprachbegabte bevorzugen verständlicherweise das S-Profil und
Naturwissenschaftbegeisterte, die wirkliches Interesse am Forschen und
intensiver Einweisung der drei Wissenschaften vorziehen, wählen das
N-Profil. Dieses Naturwissenschaftliche Profil bringt im Laufe der
weitern Schulzeit extreme Vorteile. Man muss sich schon völlig im
Klaren sein, welches Nutzen dieser Weg für die Zukunft hat, denn es
geht hier nicht um einen besseren Stundenplan oder sonstige
schwachsinnige Überlegungen, nein, sondern das N-Profil prägt für das
Abitur, sowie zum größten Teil erleichtert es auch den Einstieg in die
wirkliche Welt der aktuellen Naturforschungen, egal ob im Fachbereich
Chemie, Physik oder Biologie. Die Mathematik muss man aber schon
beherrschen um in diesem relativ komplexen und doch logischen
Forschungsbereich mitreden zu können. Im N- Profil hat jeder jeweils
ein zweiwöchiges Praktikum
bzw. ein Halbjahr jede Woche. Anfangs in Biologie, dann in Physik und
zu letzt in Klasse 11 in Chemie. In diesen Praktika werden aber nicht
nur Versuche oder Experimente selber ausgeführt, sondern man erfährt
über den normalen Unterricht hinaus genauere Details und Feinheiten des
jeweiligen Fachs. Außerdem darf jeder Schüler selber Hand anlegen und
muss somit nicht nur strickt auf einen vorbereiteten Versuch nach vorne
starren. Diese Einweisung und Erfahrung des „selber Handelns“ ist
einzigartig und unersetzlich. Beispielsweise werden in Biologie mit
diversen Lebewesen experimentiert, von denen ein S- Profiler noch nie
etwas gehört hat. Das detaillierte Wissen über einzelne Zusammenhänge
von Erbgut und Mutation wird genauer unter die Lupe genommen, oder auch
der exakte Aufbau von unterschiedlichen Pflanzen ist ein sehr wichtiger
und interessanter Bereich der Biologie. In Physik werden Widerstände in
Schaltkreise eingebaut und unabhängig vom normalen Unterricht erlangt
man weiteres Wissen über Prozesse, die bisher unbeachtet waren.
Außerdem werden auch Programme, unabhängig von den Praktika, wie Excel
mit in den Unterricht eingebaut, so dass physikalisch schwierige
Prozesse exakter und spezifischer beschrieben werden können. Im
S-Profil werden solche Prozesse kurz erwähnt, aber ein wirkliches
Verständnis ohne diese Simulationen am PC kommt nicht wirklich
zustande.
Das „selber Forschen“ macht jedermann zu einem wahren
Wissenschaftler. Außerdem sind Skizzen oftmals logischer und
nachvollziehbarer, wenn der skizzierte Versuch selbst aufgebaut und
betrieben wird. In Chemie spielt das Praktikum ebenfalls eine wichtige
Rolle, denn was wäre die Chemie ohne ihre Versuche, bei denen doch
immer irgendetwas in die Luft geht oder etwas auf mystische Weise
verschwindet. Das Ganze bleibt nicht länger ein Geheimnis, wenn selber
geforscht wird und anschließend alles taktisch nachvollziehbar ist. In
der Natur ist nämlich alles erklärbar! Oftmals müssen aber in allen
Unterrichtsfächern Protokolle oder Auswertungen des durchgeführten
Versuchs aufgeschrieben werden. Für einen 4-stündigen Chemiker, Biologe
oder Physiker in Klasse 12 und 13, sowie für das eventuell
entsprechende Studium nach der Schulzeit, dienen jene Auswertungen zur
Hinführung für die Zukunft und der richtig anspruchsvollen
Auswertungen.
Solche Arbeiten sind aber keinesfalls ein Zuckerschlecken, denn der
nachvollziehbare Aufschrieb für andere, sowie für das eigene
Verständnis ist sehr wichtig und unumgänglich. Darüber hinaus
profitiert man in den zwei Jahren vor dem Abi, denn in 12 und 13 kommt
niemand um mindestens zwei naturwissenschaftliche Fächer herum. Hier
sind aktive Erfahrungen und zusätzliches fachspezifisches Wissen eine
sehr gute Voraussetzung.
Daniel Bauer, Abitur 2007, derzeit Studium Technische Kybernetik
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