Klimapreis für die Klasse 6d

"Der Teckbote Online", Artikel vom Donnerstag, dem 12.06.09:


Der große Gewinner ist das Klima

Rotary zeichnet Gruppen aus Kirchheim, Nürtingen und Neckartenzlingen mit Klima-Förderpreis aus

Bereits zum zweiten Mal zeichnete der Rotary-Club Nürtingen-Kirchheim am Mittwochabend Projekte rund um Energiesparen und Klimaschutz mit seinem Förderpreis Klimazukunft aus: Die großen Gewinner sind gleich drei Schulen aus Kirchheim, Nürtingen und Neckartenzlingen, die Energie-AG der Kirchheimer Agenda 21 – und das Klima, das aus Laudatorensicht durch gute Ideen und viele kleine Schritte geschützt wird.Bild

Ralph Gravenstein

Neckartenzlingen. Der Ort der Preisverleihung für den zweiten Förderpreis Klimazukunft war mit Bedacht ausgewählt. In der Aula des Schulzentrums Neckartenzlingen versammelten sich die Mitglieder des Rotary-Clubs Nürtingen-Kirchheim, um einmal mehr ein Statement abzugeben, wie Jury-Vorsitzender Bernd Lörz deutlich machte: „Nichtstun ist gerade im Hinblick auf den Klimawandel unvertretbar – und es passt nicht zum Grundgedanken des Rotary-Clubs“, so Lörz, der auch kritische Worte für die Politik fand.

Dass die Rotarier mit ihrem Förderpreis in der Region fruchtbaren Boden vorfinden, um diesem Politiktrend von unten zu begegnen, das belegte bereits eingangs Rotary-Präsident Rudolf Gregor, der sich in seiner Begrüßung über immer mehr Bewerbungen für den Förderpreis freute.

Stolze 30 konkrete Bewerbungen aus dem gesamten Altkreis Nürtingen hatte die siebenköpfige Jury zu prüfen, und sie machte sich die Aufgabe nicht leicht, die insgesamt 6 000 Euro an Preisgeld zu vergeben. Entsprechend erhielten gleich vier Projekte aus Kirchheim, Nürtingen und Neckartenzlingen nicht nur eine Urkunde, sondern auch einen Scheck, der die weitere Arbeit der jeweiligen Gruppen fördern wird.Bild

Als wichtigen Impuls zur frühzeitigen Sensibilisierung für das Thema Energie und Umwelt bezeichnete Laudator Horst Keller das Projekt des Ludwig-Uhland-Gymnasiums, in dem Schüler der fünften und sechsten Klassen über Versuche und deren Dokumentation mit selbst gestalteten Plakaten das Thema Energieverbrauch thematisiert haben.

„Es ist von großer Bedeutung, dass sich Schüler bereits frühzeitig mit den Möglichkeiten der Energieeinsparung und damit des Umwelt- und Klimaschutzes auseinandersetzen“, so Keller in seiner Laudatio. Für die Arbeiten – etwa der Untersuchung, ob Energiesparlampen wirklich auch Kosten einsparen – erhielt die Schülergruppe einen Anerkennungspreis sowie einen Scheck über 500 Euro.

Einen Anerkennungspreis mit einem Scheck über 1 500 Euro wurde dem „Energetischen Zirkel“ der Nürtinger Albert-Schäffle-Schule zugesprochen. Laudator Rainer Reichhold würdigte die Vielzahl von Impulsen der Gruppe, die sich der Aufklärung über verantwortungsvollen Umgang mit Energie in unterschiedlichsten Bereichen verschrieben hat.

Einer der beiden Hauptpreise wurde unter dem Stichwort „Bürgerbeteiligung“ der AG Energie Kirchheim zugesprochen, die sich unter den Vorgaben der lokalen Agenda 21 die Aufklärung zu Energiefragen in ihrer Stadt zum Ziel gesetzt hat. Laudator Hansjörg Russ würdigte die vielfältigen Bemühungen der Gruppierung, die mit viel Fantasie und regelmäßigen Angeboten wie Führungen, Exkursionen und Informationsveranstaltungen unermüdlich für Ideen zur Energieeinsparung in ihrer Kommune werbe. Dieses seit Jahren anhaltende Engagement, das unter anderem auch zur Errichtung von Bürgersolaranlagen in Jesingen und Lindorf geführt hat, zeichnete die Förderpreis-Jury mit einer Urkunde und einem Scheck über 2 000 Euro aus.Bild

Den gleichen Betrag erhielt auch als Hauptpreis der Kategorie „Schulprojekte“ die Solar AG Schulzentrum Neckartenzlingen – ein Projekt, von dem sich offensichtlich nicht nur Laudator Bernd Lörz begeistert zeigte. Seit nunmehr neun Jahren und auf einen Impuls der Schülermitverwaltung hin, engagieren sich immer wieder neue Schülergenerationen unter fachlicher Begleitung von Lehrern in unterschiedlichsten Aktionen für umweltfreundliche Erzeugung von Energie und ihre Einsparung an ihrer Schule. Die dafür erforderlichen Mittel werden dabei durch ungewöhnliche Aktionen eingenommen, etwa durch die Übernahme der Fensterreinigung durch Schüler, durch Solarläufe, die schon mit fast 1 400 Teilnehmern zu entsprechenden Spendeneinnahmen führten, oder auch durch die Ausgabe von Solaranleihen an Mitschüler, die mit immerhin drei Prozent verzinst werden.

Durch diese Aktionen und die Unterstützung der Gemeinde Neckartenzlingen konnten nicht nur mehrere Fotovoltaikanlagen und eine Solarthermie-Anlage errichtet werden, sondern auch ein neues Projekt angegangen werden, das durch gezielte Maßnahmen wie Austausch von Leuchtmitteln oder Anbringung von Zeitschaltuhren jährlich rund 120 000 Kilowattstunden Energie sparen wird.

Der musikalisch von den Schülerinnen Chiara Waldenberger, Marina Scherer und Carola Beutenmüller umrahmte Abend der Preisverleihung in Neckartenzlingen war entsprechend der präsentierten und ausgezeichneten Projekte von viel Applaus begleitet.Bild