




Was
am LUG vermutlich nur wenige wissen ist, dass La Crosse, nicht nur seit
vielen Jahren Kirchheims Partnerstadt ist, sondern dass das LUG mit der
Central High School in La Crosse einen direkten Partner hat. Dieses
Jahr zeigte sich Thomas Knapp, Leiter des USA Austausches, für diese
Herausforderung verantwortlich.
Selbst der 18-stündige Weg über Stuttgart, London und Chicago nach La Crosse konnten die Vorfreude nicht nehmen. Nach einem herzlichen Empfang am Flughafen in La Crosse war dann endlich jeder seiner Gastfamilie zugeordnet, mit der man zu Hause entweder noch dies und jenes besprach oder sich einfach nur erschöpft ins Bett begab.
Am nächsten Morgen ging es dann zur Schule. Am ersten Morgen sprachen 15 sichtlich erschöpfte, aber dennoch zufriedene Schüler von uneingeschränkter Freundlichkeit und von allerlei positiven Eindrücken, die sie binnen der kurzen Zeit im kurzfristigen neuen Zuhause hatten erleben dürfen.
Wir konnten frei entscheiden welche Fächer wir besuchen. Der Fächerreichtum unserer Schule ging von den normalen Fächern über Weight-lifting bis Wellness. Die grundlegenden Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Schulsystem und dem Leben außerhalb der Schule machten uns zu gern gesehenen Gästen in verschiedenen Klassen, in welchen wir die Fragen der Schüler und Lehrer beantworteten und so immer mehr die Scheu vor der Sprache verloren.
Etliche
Ausflüge mit den Partnern und der Gruppe, ließen die Gruppe
zusammenwachsen, so dass nur selten ein Heimweh aufkam. Der traurige
Abschied von unseren neu gewonnenen Freunden warf einen kleinen
Schatten auf das eigentliche Highlight der drei Wochen, drei Tage nach
Chicago: Nachdem man in diesen drei Wochen, die wie im Flug verstrichen
waren, konnte sich keiner mehr von Freund und der überwältigenden
amerikanischen Freundlichkeit tränenfrei lösen.
In Chicago angekommen, blieb jedoch nur wenig Zeit darüber nachzudenken, denn kaum waren wir aus dem Flugzeug ausgestiegen, sahen wir schon die großartig Skyline von Chicago. Nach einem herzlichen Willkommen und nach einer kurzen Erholung brachen wir zu unserem ersten Spaziergang durch Chicagos Häuserschluchten auf. Nach einem Besuch im Kunstmuseum, dem Hardrock Cafe und viel Staunen und Fotografieren, gingen wir gemächlich zurück, bis wir plötzlich vor dem Sears Tower standen, der, halb versunken im Smog der Stadt und nicht sonderlich gut zu sehen, dennoch eine seltsame Faszination ausstrahlte.
Am Tag darauf, gingen wir dann gemeinsam hinauf auf den mit 441,96m höchsten
Turm der Welt, von dem aus man mühelos ganz Chicago sehen und genießen
konnte. Doch leider das Wetter nicht so gut und der Blick ein wenig
trübe. Anschließend gingen wir bei einer von Amerikas endlosen
Fastfoodketten essen und, wie der Zufall es wollte, trafen dort einen
Mann mit in Deutschland lebenden Verwandten, der uns prompt anbot, uns
durch die Stadt zu führen was wir selbstverständlich nicht abzuschlagen
wagten. Nach der Stärkung wanderten wir zum Shedd Aquarium und
verbrachten dort einige Stunden, bevor wir zum Hancock Observatory
weiter gingen, von welchem aus wir zusahen, wie die Sonne in
bezauberndem Rot im Lake Michigan versank und kurz darauf, Chicagos
Innenstadt mit seinen hell erleuchteten Häusern und Straßen einen
unvergesslichen Anblick bot.
Pünktlich am morgen des nächsten Tages kam der Mann in unsere Youth Hostel um uns für die versprochen Stadtführung abzuholen. So führte er uns durch neue und alte Siedlungen und Viertel und vermittelte uns Bruchstücke seines unglaublichen Wissens über die Stadt. Wir kamen an wunderbaren Stellen und Orte der Stadt, die wir ohne ihn nie gefunden hätten. Nach so viel Information verbrachten wir den Nachmittag am Navy Pier, dem Freizeitzentrum.
Den Abend ließen wir schließlich auf der Plattform des Hancock Buildings ausklingen, von wo aus wir endlich den Ausblick zu sehen bekamen, den wir auf dem Sears Tower vermissen mussten – einen herrlichen Sonnenuntergang und die Großstadtdämmerung.
Nach dem Frühstück am Tag darauf, taten wir uns in fünfer Gruppen zusammen und zogen aus, um die letzten verbliebenen Dollars in Geschenke und Souvenirs zu tauschen und um den letzten Tag des Austausches noch einmal richtig zu genießen.
Wahrscheinlich eines der faszinierendsten Erlebnisse für uns war Halloween. Schon Tage vor diesem besonderen Ereignis fingen die Vorbereitungen an. Mit zahlreichen Kürbissen, Leintuchgespenstern und ähnlichem wurden eifrig Häuser und Vorgärten geschmückt. Auch wir durften beim Dekorieren helfen und konnten uns an einem Kürbis versuchen, den wir unter Anleitung unserer Austauschpartner aushöhlten.
Als wir kurz vor dem 31. Oktober durch die Straßen
fuhren und uns die Kürbisgeister entgegenleuchteten, war es dann
unverkennbar, dass Halloween vor der Tür stand. Wir wandten uns eher
der süßen Seite dieses Tages zu: Am Halloweenabend trafen sich unsere
Gruppe aus Kirchheim und die Austauschpartner, alle mit mehr oder
weniger gruseligen Kostümen, zum ,,trick- or treating‘‘. So zogen also
ein Vampir, eine Hexe, ein Seemann, eine Prinzessin, eine Frau und
andere komische Gestalten von Haus zu Haus durch die Dunkelheit, um
Süßigkeiten zu sammeln. Zwar waren wir eigentlich zu alt dafür, doch
unsere Austauschpartner waren stolz darauf, uns in diesen Brauch
einzuführen. Trotz der eisigen Kälte an diesem Abend hatten wir
gemeinsam viel Spaß und freuten uns über die Leute, die uns freundlich
an den Haustüren empfingen.
Zufrieden mit unseren gefüllten Süßigkeitsvorräten, an denen wir viele Tag aßen, ließen wir den Tag noch mit einer Halloweenparty ausklingen.
Wir waren dabei:
Louisa
Köber, Frieder Hirsch, Florian Tschürtz, Pierre Jarawan, Christoph
Bopp, Amelie Butzer, Carola Rogulj, Manuel Frey, Corinna Slany, Julia
Hohnheiser, Rebekka Brox, Susanne Rall, Sina Zimmermann, Sandra Dangel,
Nina Matzke, Thomas Knapp.
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